Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Konfiguration des Victron ESS: Eigenverbrauch mit Batterie und MultiPlus-II

ESS (Energy Storage System) ist die Betriebsart des Victron für Netzgekoppelter Eigenverbrauch mit Batterie: Das Modell MultiPlus-II nutzt Solarenergie und die Batterie zur Deckung des Verbrauchs, bezieht nur den fehlenden Anteil aus dem Netz und speist – sofern entsprechend konfiguriert – Überschüsse ein. Diese Anleitung führt Sie durch die gesamte Konfiguration anhand eines typischen Systems: MultiPlus-II 48/5000, Cerbo GX, SmartSolar MPPT und eine 48-V-Lithium-Batterie (Pylontech, Pytes oder ZYC).

Was du brauchst

  • Wechselrichter-Ladegerät MultiPlus-II (oder Quattro) mit aktualisierter Firmware.
  • GX-Gerät (Cerbo GX, Ekrano GX) mit Internetverbindung für VRM.
  • MPPT-Regler, der über VE.Direct oder VE.Can an den GX angeschlossen ist.
  • Batterie mit CAN-Kommunikation (empfohlen) oder manuellem Spannungsprofil.
  • Optionaler Netzzähler (einphasiger Energy Meter ET112, ET340 oder dreiphasiger EM24), falls Lasten vorhanden sind, die nicht über den Wechselrichter laufen.
  • Computer mit VEConfigure (VE Configuration Tools-Paket) und MK3-USB-Kabel oder Fernkonfiguration über VRM.

Schritt 1: Firmware und Kommunikation

  1. 1. Aktualisieren Sie die Firmware des MultiPlus-II auf die neueste Version (VictronConnect oder VRM → Fernkonfiguration).
  2. 2. Schließen Sie den MultiPlus-II über den VE.Bus-Anschluss mit einem geraden RJ45-Kabel an den GX an.
  3. 3. Schließen Sie die Batterie mit dem CAN-Kabel Typ A an den VE.Can/BMS-Can-Anschluss des GX an und aktivieren Sie den Anschluss mit einer Übertragungsrate von 500 kbit/s. Die Batterie sollte nun in der Geräteliste des GX angezeigt werden.
  4. 4. Aktivieren DVCC im GX (Einstellungen → DVCC → Aktivieren). Siehe DVCC-Leitfaden.

Schritt 2: VEConfigure, Registerkarte „Allgemein“ und „Netzwerk“

  • Netzwerkcode: Wählen Sie die für Spanien zutreffende Option aus (in neueren Versionen “Spain” / gemäß den geltenden Anschlussvorschriften; in älteren Anlagen wurde “Other” mit manuellen Parametern verwendet). Es wird das Installateur-Passwort Victron benötigt; falls Sie dieses nicht haben, erstellen Sie bitte ein Support-Ticket, und wir stellen es Ihnen beim Kauf des Geräts zur Verfügung.
  • Deaktivieren Sie die “UPS-Funktion”, wenn Sie einen Generator verwenden; bei normaler Netzversorgung kann sie aktiviert bleiben.
  • Eingangsspannung AC-in: Standardbereich 180–265 V.

Schritt 3: Registerkarte „Ladegerät“

Bei Lithium-Batterien mit CAN-Kommunikation werden die genauen Werte vom BMS über DVCC vorgegeben; legen Sie dennoch Sicherheitswerte fest:

  • Batterietyp: Lithium.
  • Absorption: 52,0 V (Pylontech/Pytes/ZYC); Flotation 51,0 V.
  • Ladestrom: der vom Modulblock maximal zulässige Wert (z. B. 100 A bei zwei Pylontech US5000). Bei DVCC reduziert das BMS diesen Wert bei Bedarf.
  • Ohne CAN-Kommunikation: Absorptionsspannung 52,5 V, Erhaltungsspannung 51,5 V, Absorptionszeit 1 h, Abschaltung bei Unterspannung 47 V.

Schritt 4: ESS-Assistent

  1. 1. Registerkarte „Assistenten“ → „Hinzufügen“ → ESS (Energiespeichersystem).
  2. 2. Batterietyp: “Lithium mit anderem BMS-Typ” oder “Lithium mit BMS Victron”, je nach Fall.
  3. 3. Abschaltspannung bei Unterspannung (Sustain): 48 V bei 48-V-Lithium.
  4. 4. Dynamische Rücksetzspannung: Standardwert beibehalten.
  5. 5. Speichern Sie die Einstellungen und senden Sie sie an den Wechselrichter. Der Wechselrichter wird neu gestartet.

Wenn Sie ein externes Netzmessgerät haben, sind in VEConfigure keine Einstellungen erforderlich: Die Konfiguration erfolgt am GX.

Schritt 5: ESS-Einstellungen am Cerbo GX

Einstellungen → ESS:

  • Modus: “Optimiert (mit BatteryLife)” für den täglichen Gebrauch; “Optimiert (ohne BatteryLife)”, wenn Sie jeden Tag das Maximum aus dem Akku herausholen möchten; “Akkus aufgeladen halten” für reine Datensicherung.
  • Netzmessung: “Wechselrichter/Ladegerät”, wenn alle Verbraucher an den AC-Ausgang angeschlossen sind; “Externer Netzzähler”, wenn sich Verbraucher vor dem Wechselrichter befinden.
  • SOC-Mindestwert (Entladung): 10–20 % für Lithium. Halte einen Vorrat bereit, falls du eine Notstromversorgung für Stromausfälle benötigst.
  • Netz-Injektion begrenzen: Aktivieren Sie “Keine Einspeisung” für den Eigenverbrauch ohne Überschüsse oder legen Sie die maximal zulässige Leistung fest.
  • Leistung des Wechselrichters begrenzen: optional, beispielsweise um die vertraglich vereinbarte Leistung nicht zu überschreiten.
  • Einstellung des Netzpunkts: 30–50 W, um Schwankungen zu vermeiden; bei Null versucht das System, genau 0 W auszutauschen.

Schritt 6: MPPT und Solarstrompriorität

Mit DVCC und MPPT am GX legt das System automatisch folgende Prioritäten fest: Solarstrom → Verbraucher, dann Batterie, dann Netz (sofern zulässig). Überprüfen Sie am GX, ob der MPPT als “Lädt” angezeigt wird und ob die Batterie Strom von ihm erhält. Wenn Sie möchten, dass der MPPT Strom ins Netz einspeist, aktivieren Sie “Feed-in excess DC-coupled PV” unter „Einstellungen“ → „ESS“.

Schritt 7: In VRM überprüfen

Im VRM-Dashboard sollten folgende Angaben angezeigt werden: Solarstromerzeugung, Verbrauch, Batteriestatus (SOC und Stromstärke) sowie Netzfluss. Ein richtig konfiguriertes ESS hält den Netzaustausch tagsüber nahe bei 0 W und entlädt die Batterie nachts bis zum minimalen SOC.

Typische Probleme

  • Der Wechselrichter bezieht Strom aus dem Netz, auch wenn die Sonne scheint: MPPT ist auf dem GX nicht aktiviert oder der ESS-Modus ist auf “Batterien geladen halten” eingestellt.
  • Es wird ins Netz gestellt, obwohl “keine Einspeisung” angegeben ist: Die Messung erfolgt am “Wechselrichter/Ladegerät”, aber vor dem Wechselrichter befinden sich Lasten; installieren Sie einen Netzzähler.
  • #67 oder Akku ohne Daten: CAN-Kommunikation. Siehe VE.Bus-Fehler und #67.
  • Der Akku erreicht nie 100 % – %: Mit BatteryLife erhöht das System den minimalen SOC-Wert, wenn das Gerät nicht vollständig aufgeladen werden kann; das ist im Winter normal.
  • Netzausfall / Der Wechselrichter nimmt das Netz nicht an: Falscher Netzcode oder Spannung außerhalb des zulässigen Bereichs.

Zu den Besonderheiten der einzelnen Batterien: Pylontech US5000 mit MultiPlus-II y ZYC SIMPO 5000 mit Victron. Wenn dein Haus bereits über einen Fronius-Wechselrichter verfügt, schau mal nach AC-Kopplung Fronius + Victron.

Wir sind autorisierte Victron Energy-Installateure und bieten kostenlosen technischen Support für Geräte, die bei FV Componentes gekauft wurden. Sollte das Problem weiterhin bestehen, eröffnen Sie bitte ein Ticket unter Technische Unterstützung mit dem Modell, der Seriennummer und dem Link zu deiner Installation bei VRM. Schaltpläne und Parameter findest du auf unserer Ressourcenzentrum Victron.

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